Der Giro d’Italia ist meiner Meinung nach die vielleicht schönste Rundfahrt im Radsport – Zwischen schneebedeckten Alpenpässen, engen Altstadtgassen und endlosen Anstiegen zeigt Italien jedes Jahr, warum der Giro für viele Fans mehr Charakter hat als jede andere Grand Tour.
Die Ausgabe 2026 führte das Peloton über drei Wochen quer durch Italien. Wie so oft beim Giro gab es alles, was den Sport faszinierend macht: spektakuläre Bergankünfte, überraschende Ausreißer, taktische Fehler und Fahrer, die auf den letzten Kilometern gegen die Schwerkraft kämpfen.
Anders als bei der Tour de France wirkt der Giro wie ich finde etwas unberechenbarer. Hier gewinnen nicht immer die größten Favoriten, und manchmal reicht ein schlechter Tag in den Bergen, um drei Wochen Arbeit zunichtezumachen. Genau das macht das Rennen so spannend: Man hat nie das Gefühl, dass schon alles entschieden ist.
Dazu kommt die besondere Atmosphäre, wie auch bei der Tour: Die Straßen sind gesäumt von begeisterten Fans, die Fahrer kämpfen sich durch die Dolomiten und Alpen, und das berühmte Maglia Rosa erinnert jeden Tag daran, wer führt. Für viele Fahrer ist der Giro nicht einfach nur ein Rennen – er ist ein Abenteuer.
Und genau deshalb lieben so viele den Giro d’Italia: Er ist weniger geschniegelt als die Tour, weniger brutal als Paris–Roubaix, aber für mich die Rundfahrt mit der meisten Seele.

